Zahlen, Daten, Stimmungen zum Jahresbeginn 2022

So funktioniert der SAP-Arbeitsmarkt

19. Januar 2022 // 3 min Lesezeit

Schon in den ersten Stunden des neuen Jahres 2022 widmete sich der Branchenverband Bitcom dem Arbeitsmarkt. Offenbar stehen bei den IT-Insidern die Personalthemen ganz oben auf der Dringlichkeitsliste. Für IT-Fachkräfte hat Bitcom die Stellen gezählt, die am Jahresende 2021 in Deutschland zur Verfügung stehen. Die Zahl ist knapp unter sechsstellig: genau 96.000. Das sind 12 Prozent mehr als im Vorjahr, als 86.000 IT-Jobs offen waren. Die Unternehmen wissen genau, wo der Engpass ist. Zwei Drittel (rund 65%) haben den Mangel an IT-Fachkräften erkannt. Etwa genau so viele Unternehmen vermuten, dass sich der Mangel in naher Zukunft verschärft.

Der SAP-Arbeitsmarkt ist besonders spannend

Im weiten Feld des IT-Arbeitsmarktes nimmt SAP nach wie vor eine Sonderstellung ein – aus mehreren Gründen: Digitalisierungsdruck, S/4HANA und enormer Beratungsbedarf.

Megathema Digitalisierungsdruck

Gerade mittlere und große Unternehmen spüren einen erheblichen Digitalisierungsdruck. Im gesamten Ökosystem SAP (unter anderem SAP AG, SAP-Beratungshäuser und SAP-Anwender) tummeln sich rund 1 Million Menschen, das hat eine von der SAP in Auftrag gegebene Studie im letzten Jahr ermittelt. Das mag sich nach sehr viel anhören. Ist aber lange nicht genug. Bis 2024 sollte die Zahl um rund 600.000 Menschen steigen. Das Wachstumspotential ist also vorhanden aus Sicht der SAP-Fachkräfte. Aus Sicht der Unternehmen ist der Personalmarkt seit langem viel zu eng. Der Fachkräftemangel gefährde inzwischen das Wachstum der SAP AG, behaupten Marktbeobachter. Sie argumentieren nicht nur mit der Masse der dringenden SAP-Projekte, sondern auch mit ihrer Komplexität.

Wie zur Bestätigung meldet die SAP AG für das vierte Quartal ein Umsatzplus von rund 6 Prozent. Die Erlöse der Cloud-Sparte steigen um 28 Prozent. Ob das Wachstum so weiter geht, wird auch davon abhängen, wie viele SAP-Fachkräfte den Fortschritt umsetzen, der von SAP angestossen wurde.

Megathema SAP S/4HANA

Die Einführung von SAP S/4HANA verschärft die Situation zusätzlich. Das alte System läuft weiter und muss gewartet werden. Das neue System wird komplett auf die Beine gestellt. Nach eigenen Angaben liegt das Kernprodukt SAP S/4HANA im Moment bei rund 17.500 verkauften Systemen. Darin sind 8.000 neue Kunden enthalten. SAP S/4HANA schafft also nicht nur mehr Aufwand bei SAP-Anwendern, auch die Zahl der SAP-Anwender wächst und vergrößert damit den Fachkräftemangel.

Megathema Beratungsbedarf

Gerade im Kompetenzfeld SAP S/4HANA werden die Fachkräfte knapp. Nachwuchs ist im begrenzten Maße vorhanden. Immerhin! Wenn sich Unternehmen jedoch nach handfesten S/4HANA Skills erkundigen, wird das Angebot dünner. Um Erfahrungen zu sammeln, braucht man einen HANA-Job. Den wiederum bekommt man leichter, wenn man schon Erfahrungen hat. Gerade SAP-Beraterinnen und SAP-Berater können nur in konkreten Projekten ihre Erfahrungen sammeln. Schulungen und spezielle Programme sind zwar gestartet und werden gut angenommen. Die Erkenntnisse aus der konkreten Anwendung bringen überall einen enormen Mehrwert. Die Lösung: Unternehmen müssen die Potentiale erkennen. Kein leichter Job, aber ein wichtiger.

Der Vorsitzende der DSAG Jens Hungershausen kommentiert im Handelsblatt die Situation: „Der Markt für SAP-Fachkräfte ist im Moment generell schwierig, über das gesamte SAP-Portfolio hinweg.“. Bei S/4HANA komme hinzu. dass Anwender bei ihrer Transformation begleitet werden müssen.“ Hungershausen spricht davon, dass gerade erfahrene Beraterinnen und Berater gefragt sind, in Stellenprofilen oft als „Senior Manager (m/w)“ bezeichnet.

Der Job der SAP-Personalberatungen

Von der Seite der SAP-Fachkräfte aus gesehen, erscheint die Situation dementsprechend komfortabel. Doch so einfach ist es nicht. Jede SAP-Fachkraft will das Beste für sich herausholen – ob in der Beratung, der Entwicklung, der Architektur, der Programmierung oder den vielen Spezialisierungen, die sich dazwischen und daneben auftun. Die Wünsche sind sehr unterschiedlich. Manchmal steht der Standort im Vordergrund, manchmal die zeitliche Flexibilität, manchmal die bloße Summe, die monatlich aufs Konto wandert. Die Ansprüche an den Job sind etwa so zahlreich wie die SAP-Fachkräfte. Hilfreich ist in jedem Fall eine Expertise mit breitem Überblick. Eine einfache Googlesuche ergibt zwar bei der Stellensuche manche Treffer, oft hilft auch das persönliche Netzwerk mit Tipps, Tricks und konkreten Job-Ausschreibungen. Aber einen vollständigen Überblick zu bekommen, der die SAP-Jobs auflistet, die in die engere Auswahl kommen, ist unersetzlich. Gerade jetzt wäre es fahrlässig, eine passgenaue SAP-Jobchance zu verpassen. Das wiederum ist der Job, den eine Personalberatung übernimmt.

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