Frauen in der IT

Provokative Umfrage. Starke Erkenntnisse.

19. Oktober 2021 // 3 min Lesezeit

Die Umfrage trug einen provokativen Titel. "Spiele mit der Macht: Wann haben Sie sich das letzte Mal mächtig gefühlt?“ Entsprechend aufschlussreich waren die Aussagen, die die Deutschsprachige SAP-Anwendergesellschaft erhielt: 27 Prozent der Frauen antworteten, dass Macht in ihrem beruflichen Umfeld an Positionen geknüpft ist, verantwortlich wahrgenommen und realisiert wird. Entscheidungen seien für sie mitzutragen, unabhängig von den direkten Folgen für sich selbst. 130 Frauen hatten an der Online-Umfrage im Juni und Juli teilgenommen. Knapp 22 Prozent spielen Machtspiele mit, weil es nicht anders geht. Selbst dann, wenn es nicht dem eigenen Wertekanon entspricht. 23 Prozent würden gerne mitspielen, allerdings fehlt ihnen das Rüstzeug. Über 28 Prozent lehnen diese Spiele aufgrund ihrer Wertevorstellungen ab und nehmen dafür in Kauf, wenig zu erreichen oder gar übersehen zu werden.

Macht, Machtspiele und Alltag

Die Antworten zeigen: Diskriminierung von Frauen gehört in der IT-Branche zum Job-Alltag. „Wir haben viele erfolgreiche und engagierte Frauen befragt und Rückmeldungen zu diskriminierendem und wenig wertschätzendem Verhalten bekommen“, erläutert Karin Gräslund, Mitglied im DSAG-Fachvorstand und Sprecherin der Initiative Women@DSAG. „Wir sind hier mit einem strukturellen Problem konfrontiert sind und sollten konkrete Maßnahmen entwickeln, um Betroffene zu stärken und Vorfälle wie diese künftig weitestgehend zu vermeiden.“ Die Initiative Women@DSAG macht es sich zum Ziel, die Position und Rolle von Frauen innerhalb der DSAG sowie im SAP- und im IT-Umfeld zu stärken. Sie dient als Plattform, um berufliche Kontakte zu knüpfen und die persönliche Weiter- und Kompetenzentwicklung zu unterstützen sowie Erfahrungen und Expertise auszutauschen und Chancengleichheit im Arbeitsalltag zu fördern.

66 Prozent aller IT-Expertinnen wegen ihres Geschlechts benachteiligt

Gleichberechtigung und Chancengleichheit sind nach wie vor ungelöst. 66 Prozent aller IT-Expertinnen wurden laut der aktuellen Studie „So arbeitet Deutschland“ schon einmal aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt – obwohl sich 91 Prozent der deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und Freelancer wünschen, dass Frauen und Männer im Job gleichbehandelt werden. 50 Prozent gaben an, dass Frauen einen Job nur bekommen, um eine Quote zu erfüllen. 71 Prozent möchten den Ist-Zustand dringend ändern und fordern vom Management mehr Impulse für Gleichberechtigung.

„Anhand des Feedbacks unserer Studie ist für mich klar, dass es zwar Fortschritte gibt, aber gleichzeitig auch noch viel Potenzial für eine bessere Situation von Frauen in der IT-Arbeitswelt“, berichtet Yvonne Elisabeth Unsinger, ebenfalls Sprecherin bei Women@DSAG sowie Vize-Sprecherin der DSAG-Arbeitsgruppe SuccessFactors. „Es lohnt es sich, dafür zu kämpfen, mit wirklich gleichberechtigten Frauen die Diversität und den Erfolg von Teams in Unternehmen zu stärken.“

Chancengleichheit auf der Agenda weit oben.

Einen wichtigen Beitrag, um die oft unbewusste Voreingenommenheit in Unternehmen zu durchbrechen, leisten Personalberatungen. Als eine auf SAP spezialisierte Personalberatung hat duerenhoff das Thema weit oben die Agenda gehievt. „Bei uns zählt Leistung und nicht das Geschlecht“, erklärt duerenhoff-Chef Martin Lange. „Unsere Vermittlungsquote von Frauen liegt stets ein paar Prozentpunkte über dem Anteil von Frauen in der IT-Branche. Allerdings muss ich zugegeben, dass das noch viel zu wenig ist.“

Vor allem bei Führungspositionen sieht Lange in Sachen Gleichberechtigung einen deutlichen Nachholbedarf in der Branche. Das Hinzuziehen einer Personalberatung wirkt sich gerade für Frauen positiv auf die Karrierechancen aus. Vor seiner eigenen Türe hat duerenhoff besonders gründlich gekehrt: Bei den Führungskräften hat die Personalberatung ein ausgeglichenes Verhältnis von 50:50. Im gesamten Unternehmen sind bereits seit 2019 mit einem Anteil von 56 Prozent sogar mehr Frauen als Männer beschäftigt. 

Photo by René Ranisch on Unsplash


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