Auf der Suche nach der Strategie Royale
4. April 2025 // 4 min Lesezeit
3200 Mitglieder der Deutschsprachigen SAP-Anwendervereinigung DSAG haben sich in Wiesbaden versammelt, um Entscheidungen über Investitionen in SAP-Lösungen zu diskutieren. „Call, Raise or Fold“ lauten die Optionen dieser Strategie Royale. ‚Call‘ steht dafür, nur so viel wie nötig zu investieren. ‚Rise‘ bezeichnet die Entscheidung, SAPs Cloud-Strategie zu folgen. ‚Fold‘ schließlich steht für die Suche nach alternativen Lösungen.
Notwendig werden solche Überlegungen, weil SAP gerade ihre Zielstrategie neu definiert hat. Business Suite ist der Name eines erfolgreichen Produkts aus der On-Premise-Ära, das nun in die Cloud-Welt überführt werden soll. SAP will dabei Prozesse, Daten und Künstliche Intelligenz verknüpfen, um komplette Prozessketten abzubilden. Darüber hinaus bieten die Walldorfer in der Cloud End-to-End-Prozesse an, indem sie auf Basis der Business Technology Plattform die unterschiedlichen Technologie-Stacks und Cloud-Services vereinen. Hier gibt es noch einiges zu tun, wie DSAG-Technologievorstand Sebastian Westphal berichtet: „Eine konsistente Architektur ist der Schlüssel zum Erfolg für die avisierte Business Suite. Dafür ist es notwendig, dass SAP die Produktlandschaft weiter harmonisiert und konsequent einheitliche Standards umsetzt, zum Beispiel bei den Datenmodellen und den Identity- und Security-Services.“ Die Suite brauche die enge Integration der darin enthaltenen SAP-Lösungen sowie einheitliche Betriebsmodelle und auf dem Weg dorthin klare Migrations- und Umsetzungsstrategien.
Um zu einer Cloud-basierten ERP-Suite zu kommen (Enterprise-Resource-Planning), sollen Unternehmen laut SAP künftig einen Vertrag des Typs Rise with SAP oder Grow with SAP abschließen. Das Problem dabei räumt SAP selbst ein: Rise with SAP ist nicht zwingend ‚mehr Cloud‘ als ein SAP-System, das bereits auf einer Cloud-Infrastruktur läuft. Nötig ist es daher laut DSAG, diese Initiativen zu einem einheitlichen Betriebsmodell für alle genutzten SAP-Services und -Dienstleistungen weiterzuentwickeln. Die hohe Integrierbarkeit in bestehende Betriebs- und Serviceprozesse ist dabei laut Westphal ein wichtiger Erfolgsfaktor: „Gerade mittelständische Unternehmen wollen ihre IT-Architektur übergreifend einheitlich betreiben."
Die Anwendervertreter fordern, dass die SAP Lösungen wie SAP Joule für ABAP oder die Business Data Cloud für alle Kundengruppen zur Verfügung stellt. Diese Erwartung kollidiert allerdings mit der Entscheidung der Walldorfer, Innovationen rund um Künstliche Intelligenz ausschließlich an Unternehmen mit einem einschlägigen Cloud-Vertrag auszuliefern. „Wir wollen unseren Kunden die Embedded Szenarien rund um SAP Joule hochautomatisiert zur Verfügung stellen“, begründet SAP CTO-Philipp Herzig diese Strategie. „Das funktioniert in einem Cloud-Szenario am schnellsten.“ Im Rahmen von Eigenentwicklungen könnten Unternehmen einzelne Services aus der Business Technology Plattform auch mit einem On-Premise-System verbinden. Dabei müssen sie allerdings den Aufwand für Integration und Pflege selbst tragen. In einem Cloud-Szenario erledige das die SAP.“
Die Business Technology Platform verzeichnet gerade eine wachsende Akzeptanz, wie der diesjährige Investitionsreport der DSAG beweist. Diese Plattform ist das technische Fundament der künftigen SAP Business Suite und soll zudem nicht nur SAP-Lösungen, sondern auch Komponenten von Drittanbietern integrieren. Die DSAG regt bei der SAP eine weitere Vereinheitlichung der Business Technology Platform an. Die Wunschliste umfasst ein einheitliches Berechtigungsmanagement für alle Services und ein systemübergreifendes Monitoring. Die Anwender erwarten laut Westphal konsistente Schnittstellen für alle Services: „Ziel ist die einheitliche Überwachung von Monitoring, Logging, Security und Transporten, idealerweise über die gesamte Business Suite hinweg. Wünschenswert ist zudem ein zentrales Certificate-Lifecycle-Management, um die Sicherheit aller Anwendungen zu gewährleisten und Systemausfälle zu verhindern.“
Die gerade vorgestellte Business Data Cloud hat aus Sicht der DSAG das Zeug zum größten Strategiewechsel von SAP seit S/4HANA. Ziel ist es, die heute fragmentierten Datenstrukturen zu harmonisieren. Das ist eine enorme Herausforderung, wie Westphal erläutert: „SAP will nicht nur stärker als bisher die betriebliche Verantwortung für die Integration und Bereitstellung einheitlicher Datenmodelle übernehmen – vielmehr geht es bei der Business Data Cloud um nichts Geringeres als die Transformation von Bestandslandschaften in eine Cloud-zentrierte Architektur, und zwar sowohl für On-Premise-Anwender, als auch für Public-Cloud-Kunden.“ Die DSAG befürwortet diese Strategie, sofern die die Business Data Cloud allen SAP-Kunden zur Verfügung steht. Auch für On-Premise-Systeme, unabhängig von kommerziellen Konstrukten wie Rise with SAP und Grow with SAP.
Eine weitere Neuerung stellen die sogenannten Insight-Apps dar. Dabei handelt es sich um Datenprodukte, für die SAP das semantische Datenmodell pflegt und zudem Betrieb und Weiterentwicklung übernimmt. Unternehmen sollen diese Services out-of-the-box aktivieren können. Mögliche Anwendungsfälle seien Analysen und Planungen über alle Lines-of-Business – inklusive des Kerngeschäfts, Financials und Human Resources. „Wenn der SAP das gelingt, hat sie eine jahrzehntelange Herausforderung behoben, nämlich die portfolioübergreifende Integration aller SAP-Applikationen und -Daten“, erläutert Westphal. Bisher mussten Unternehmen diese Hürde selbst überwinden. Der Fokus der Insight Apps liegt zunächst auf S/4HANA Private Cloud im Rahmen von Rise with SAP. Die Integration von On-Premise-Systemen über Mapping- und Integrationslogiken ist laut SAP in Vorbereitung.
Die aktuelle Marschrichtung in der SAP-Welt führt in Richtung Cloud. Eine schwierige Aufgabe für Bestandskunden, die ihre SAP-Systeme mehrheitlich im hauseigenen Rechenzentrum betreiben. Wollen Sie von Künstlicher Intelligenz profitieren, sind sie auf SAP-Fachkräfte angewiesen, die Cloud-basierte Anwendungen wie den Assistenten SAP Joule mit den Inhouse-Systemen integrieren. Ein hoher Aufwand, der parallel unverzichtbaren Migration auf S/4HANA zu leisten ist.
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Bild: Sebastian Westphal (DSAG)
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DSAG Rise with SAP Cloud Technologietage Sebastian Westphal Philipp Herzig
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