Mut und Intelligenz: Eine Bilanz der digitalen Jahreskonferenz der DSAG

SAP-User fordern engere Integration mit der Cloud

23. September 2021 // 6 min Lesezeit

Corona hat weniger stark gebremst, als befürchtet: Ging im Jahr 2020 laut Umfrage der deutschsprachigen SAP-Anwendervereinigung DSAG der Umsatz noch bei 74 Prozent der befragten Unternehmen zurück, sind es in diesem Jahr nur noch 42 Prozent. Zudem steigt der Umsatz bei 29 Prozent, das sind 22 Prozentpunkte mehr als im vergangenen Jahr (2020: 7 Prozent). Keine Auswirkungen der Pandemie auf ihren Umsatz verzeichnen 29 Prozent der Befragten (2020: 19 Prozent).

Was die IT-Budgets betrifft, hatten im vergangenen Jahr lediglich 2 Prozent der Befragten eine Steigerung von über 20 Prozent erwartet. Eingetreten ist dies in diesem Jahr bei 6 Prozent der Teilnehmer. Budgetkürzungen von über 20 Prozent hatten im letzten Jahr noch 22 Prozent erwartet. In dieser Größenordnung ins Negative verändert hat sich das Budget aber nur bei 6 Prozent der Umfrageteilnehmer. „Wir erkennen eine positive Entwicklung, die den Unternehmen Zuversicht geben sollte“, erläutert Jens Hungershausen, Vorstandsvorsitzender der DSAG.

An der DSAG-Umfrage im Juni und Juli dieses Jahres haben 173 DSAG-Mitglieder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teilgenommen. Befragt wurden CIOs sowie Leiter von SAP Competence Centern in Unternehmen. 51 Prozent der Unternehmen ordnen sich dem produzierenden Gewerbe zu, 37 Prozent den Bereichen Dienstleistung und Handel, 12 Prozent weiteren Sektoren.

Digitalisierung versus Existenzsicherung

Die Corona-Krise hat laut DSAG zu einem digitalen Dilemma geführt. Aktuell seien viele Unternehmen im Spagat zwischen der Existenzsicherung im Heute und der Vorbereitung auf das Morgen. „Es fehlt nach wie vor der Mut zu Veränderungen“, erläutert Hungershausen. „Der Schwung von 2020 hat nachgelassen Das kann mit fehlendem Handlungsdruck zusammenhängen, der eventuell überlebensnotwendige Innovationen ausbremst.“ Zuversichtlich, mit der Digitalisierung schnell voranzukommen, sind laut Umfrage 54 Prozent. Vor einem Jahr waren es noch 61 Prozent. Die Zahl derer, die nur langsam vorankommen, ist auf 38 Prozent gestiegen (2020: 34 Prozent). 8 Prozent geben an, nicht voranzukommen beziehungsweise andere Prioritäten zu setzen (2020: 5 Prozent).

Auch den Fortschritt in Bezug auf die Integration von SAP-Anwendungen in Cloud- und Hybrid-Umgebungen hat die Umfrage untersucht. SAP hatte 2019 eine entsprechende Vision vorgestellt, die Voraussetzung für effiziente End-to-End-Prozesse. In der Realität ist diese Vision noch nicht ganz angekommen: Lediglich 28 Prozent der befragten Unternehmen, die hier eine Einschätzung abgegeben haben, beurteilen den Stand der Integration von SAP-Anwendungen, Partner- und Third-Party-Lösungen mit gut, 44 Prozent mit befriedigend und 14 Prozent mit ausreichend, ebenso viele mit mangelhaft. „In punkto Integration besteht nach wie vor Handlungsbedarf“, erläutert Hungershausen.

Handlungsbedarf bei der Harmonisierung

Die Suite-Qualitäten und die durchgängige Sicherheit in Bezug auf die SAP-zu-SAP-Integration bewerten 48 Prozent der Befragten mit sehr gut und gut. Auf den nächsten Plätzen mit einem derart positiven Ranking folgen das integrierte Reporting (32 Prozent), die abgestimmte Produktwartung (31 Prozent) und der einheitlichen Benutzeroberfläche mit 28 Prozent. Den standardisierten Workflow und die vordefinierten End-to-End-Prozesse bewerten jeweils 19 Prozent mit sehr gut und gut. Die harmonisierten Datenmodelle schätzen lediglich 16 Prozent der Unternehmen, die hier eine Einschätzung abgegeben haben, als sehr gut und gut ein. „Harmonisierte Datenmodelle spielen im Hinblick auf eine anwendungsübergreifende Vernetzung und Integration eine wesentliche Rolle“, erläutert Hungershausen. „Dass nur 16 Prozent der befragten Unternehmen diese mit sehr gut und gut bewerten, deutet auf einen anhaltend großen Handlungsbedarf hin.“

Eine technologische Basis für die Transformation der Geschäftsprozesse bietet SAP S/4HANA. Das ERP-System gewinnt laut einer gemeinsamen Umfrage von DSAG und Americas‘ SAP Users‘ Group (ASUG) vom April und Mai 2021 weiter an Bedeutung. 44 Prozent der befragten DSAG-Mitglieder haben für SAP S/4HANA entweder Projekte gestartet oder sind damit produktiv. Eine deutliche Steigerung um 9 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr (35 Prozent).

Der Anteil der Unternehmen, die SAP S/4HANA einführen wollen, damit aber noch nicht begonnen haben, ist um 10 Prozentpunkte auf 37 Prozent gesunken. Lediglich 9 Prozent planen nicht mit SAP S/4HANA. „Die Unternehmen lassen viel Potenzial ungenutzt, um intelligente Technologien ganzheitlich und wertschöpfend einzusetzen“, berichtet Hungershausen. „Die rein technische Migration wurde noch nicht stark genug durch organisatorische Veränderungs-Projekte sowie digitale End-to-End-Prozesse abgelöst. Hier sehe ich die DSAG und die SAP in der Pflicht, intensive Aufklärungsarbeit zu leisten.“

Cloud-Lösungen gewinnen an Akzeptanz

In der Cloud sehen SAP-Kunden die Zukunft. Laut der Umfrage von ASUG und DSAG stehen 46 Prozent der DSAG-Mitglieder der Cloud generell positiv gegenüber. Zudem beurteilen 26 Prozent ihre Einstellung als weder positiv noch negativ und weitere 27 Prozent negativ. „Die Zustimmung für Cloud-Lösungen im DACH-Raum steigt weiter, wenn auch verhaltener als unter den Mitgliedern der amerikanischen Anwendergruppe“, erläutert Hungershausen. „Ein Grund dafür könnten die immer noch vorhandenen Vorbehalte sein, sensible Firmendaten in die Cloud zu stellen.“

Auch die Erfahrungen mit den Cloud-Lösungen hat die Studie abgefragt. Eher positive und sehr positive Erfahrungen mit Cloud-Lösungen von SAP benennen 30 Prozent der DSAG-Mitglieder. Bei Non-SAP-Lösungen sind es hingegen 60 Prozent. „Um die Zustimmung zu verbessern, muss die SAP Themen wie Lizenzierung, Integration und Sicherheit verbessern“, erläutert der DSAG-Chef.

Netzwerke und kooperative Ansätze betrachtet Hungershausen als wichtigen Schritt der Digitalisierung. Unternehmen sollten hier Vertrauen entwickeln und Bedenken über Bord werfen. „Die SAP zeigt richtungsweisende und zukunftsfähige Ansätze auf. Damit die Kunden beim Digitalen Wandel darauf setzen, braucht es in vielen Bereichen noch detaillierte Konzepte und zielführende Informationen.“

SAP vernetzt intelligente und nachhaltige Unternehmen

SAP-Vorstand Christian Klein greift den Faden genau an dieser Stelle auf: „Wir haben jede Menge technologische Innovation geliefert, aber das alleine reicht nicht. Wir müssen nun unsere Kunden auf diese Reise mitnehmen.“ Als Partner bieten sich die Walldorfer den Unternehmen in drei Bereichen an: bei der Transformation hin zum intelligenten Unternehmen, beim Ausbau von Unternehmensnetzwerken und beim nachhaltigen Gestalten der Wirtschaft. „Wir möchten die Welt als ein Netzwerk intelligenter und nachhaltiger Unternehmen neu erfinden“, formuliert Klein die Vision der SAP.

Auf dem Weg zum intelligenten Unternehmen lege SAP S/4HANA die Grundlage für neue Prozess- und Geschäftsmodelle, für Planung und Steuerung in Echtzeit sowie für die Automatisierung auf Basis Künstlicher Intelligenz. Das Angebotsbündel ‚Rise with SAP‘ ebne den Weg der Unternehmen in die Cloud, verbinde Prozesse, Daten und Technologie und schlage eine Brücke zwischen Business und IT. Die geschäftliche Transformation eines Unternehmens beginne bei den Prozessen. Hier setzt SAP auf Process Intelligence auf Basis der Technologie des zugekauften Unternehmens Signavio.

Professionelle Vermittlung bringt SAP-Spezialisten voran

Der Einsatz von SAP-Lösungen ist inzwischen in allen Branchen und Unternehmensgrößen fest etabliert. Wer als SAP-Spezialist über einschlägige Erfahrung verfügt, findet im Job-Matching-Portal eine reichhaltige Auswahl interessanter Stellen. Wechselwillige Interessenten können dort ihr Profil einstellen und in wenigen Minuten den Arbeitsmarkt sondieren. Die auf SAP spezialisierten Beraterinnen und Berater von duerenhoff stehen im ständigen Kontakt mit 3500 Unternehmen und wissen daher genau, wo gerade Cloud-Projekte anstehen. Die Unternehmen bekommen ihre Fachkräfte schneller, gleichzeitig passen diese sehr gut in die Firmenkultur. Die jährlich rund 500 vermittelten Bewerberinnen und Bewerber können sich sicher sein, dass sie eine gute Basis für ihre künftige Karriere gelegt haben.

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