Vor allem Entwicklerinnen und Entwickler im Fokus

Mangel an Fachkräften hemmt SAP-Projekte

18. November 2021 // 3 min Lesezeit

Mit einem Verweis auf den Mangel an EntwicklerInnen startet Jürgen Müller (Bild), Chief Technology Officer und SAP-Board-Mitglied, seine Keynote auf der Hausmesse SAP TechEd, die auch in diesem Jahr wegen Corona ausschließlich online stattfindet. Müller wörtlich: „Viele Unternehmen tun sich schwer, ProgrammiererInnen für ihre SAP-Systeme zu finden. Der Mangel an gut qualifizierten EntwicklerInnen hat sich in den vergangenen zwei Jahren verschärft.“ Laut einer IDC-Studie fehlen in diesem Jahr weltweit 1,4 Millionen derartiger Fachkräfte, und bis zum Jahr 2025 sollen es bereits 4 Millionen sein.

Low Code / No Code: Anpassung ohne Programmierung

Mit mehreren Initiativen in Sachen Low Code / No Code will SAP die Softwareentwicklung vereinfachen. Sowohl EntwicklerInnen als auch FachanwenderInnen sollen künftig SAP-Systeme über eine grafische Benutzeroberfläche verändern und erweitern können: „Wir wollen jeden in die Lage versetzen, Programmabläufe anzupassen“, betont Müller und führt weiter aus: „Auch IngenieurInnen und Kaufleute sollen diese Technologie nutzen.“ 

Ein Werkzeug, um MitarbeiterInnen ohne Programmiererfahrung an den Prozess der Softwareentwicklung heranzuführen, ist laut Müller die Plattform des Startups SAP AppGyver, das die Walldorfer im Februar dieses Jahres übernommen hat. Es handelt sich dabei um eine Low-Code-Plattform, mit der Anwender ohne Programmierkenntnisse mobile Anwendungen und Web-Apps entwickeln.

Business Technology Plattform wird Freemium

Um die programmierfreie Art der Software-Erstellung weiter zu fördern, weitet SAP dieses Prinzip auf die SAP Business Technology Plattform aus. Die Entwicklungsplattformen SAP Business Application Studio und SAP Process Automation werden dazu um Low-Code-Funktionen erweitert. Die SAP Business Technology Plattform ist ein Bündel aus rund 90 Produkten und Services, darunter die Datenbank SAP HANA sowie Funktionen für Datenmanagement, Analytics, Integration und Applikationsentwicklung. Darüber hinaus bietet sie Funktionen für Künstliche Intelligenz, Blockchain und das Internet der Dinge. Die Plattform dient als Hub für die Integration von Daten und Applikationen von SAP und von Drittanbietern.

Bereits im Juni dieses Jahres hatte SAP angekündigt, dass EntwicklerInnen ein Jahr lang kostenlos auf alle Dienste der SAP Business Technology Plattform zugreifen können. Im August wurde dieser Zugriff auf SAP Partner erweitert. Auf der SAP TechEd hat Müller nun angekündigt, dass dieser kostenlose Zugriff ab sofort auch SAP HANA Cloud, die SAP Integration Suite sowie Horizon umfasst, ein neues Designsystem für die Benutzeroberfläche SAP Fiori.

Lobende Worte für diese kostenlosen Tests findet Steffen Pietsch, ehemals Fachvorstand für Technologie bei der deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe DSAG und seit Juni dieses Jahres Head of BTP bei der SAP: „EntwicklerInnen können nun ohne jeglichen finanziellen Einsatz auf der SAP Business Technology Plattform Proof of Concepts erstellen. Für den Produktivbetrieb müssen sie dann nur noch das Lizenzmodell anpassen, und nicht mehr die Applikation selbst.“

Künstliche Intelligenz und lebenslanges Lernen

Funktionen künstlicher Intelligenz integriert SAP nach und nach in sämtliche Module für SAP S/4HANA. So sollen EntwicklerInnen beispielsweise mit SAP Conversational AI künftig Chatbots erstellen, die Aufgaben und Prozesse automatisieren. SAP Conversational AI ist ein Bündel mehrerer Services für Natural Language Processing. Die Funktion Personalized Recommendation – eine auf neuronalen Netzen basierende Empfehlungs-Engine – verspricht hochgradig personalisierte Vorschläge für ein breites Spektrum von Geschäftsszenarien.

Auch die Aus- und Weiterbildung schreibt sich SAP auf die Fahne: Die kostenfreie SAP Learning-Webseite verspricht ein einfaches und schnelles Lernen in Innovationsbereichen. Die Inhalte reichen von angeleiteten praktischen Schulungen bis hin zu Microlearning-Videos. Für weiterführende Schulen stellt SAP stellt Lehrangebote für Künstliche Intelligenz vor, Universitäten erhalten einen kostenfreien Zugang zu Cloud-Lösungen von SAP.

Job-Matching macht Appetit auf Karriere

Erfahrenen SAP-Entwicklerinnen und Entwicklern geben die DSAG-Technologietage drei Richtlinien für die Karriereplanung: sie sollten ihre Kenntnisse in SAP HANA Cloud, in Künstlicher Intelligenz und im Internet der Dinge pflegen und sich zudem die SAP Business Technology Platform und die No-Code-Plattform SAP AppGyver ansehen. Kandidaten, die den nächsten Karriereschritt gehen wollen, finden im SAP Job-Matching von duerenhoff die beste Anlaufstelle. Sie bekommen dort ohne langwieriges Suchen die interessantesten Stellenangebote vermittelt.

Bild: SAP AG

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